Matthias Schrom plaudert beim Mediengipfel aus dem Nähkästchen

Im Jahr 2022 stolperte Matthias Schrom, ehemaliger TV-Chefredakteur des ORF, über kompromittierende Chatverläufe - unter anderem mit Ex-FPÖ-Vizekanzler Heinz-Christian Strache über die inhaltliche Ausrichtung der ORF-Berichterstattung und mögliche blaue Personalwünsche. Bei einem Panel im Rahmen des 16. Mediengipfels plaudert der Journalist am Freitag aus dem Nähkästchen.

 

 

Er habe sich in Tonalität und Sprache dem Gesprächspartner angepasst, schilderte Schrom die Situation nach Bekanntwerden der Chats. „Das war die vorgegebene Kommunikationsstrategie, das war die Ausrede“, sagt Schrom heute, der mittlerweile Gesamtredaktionsleiter bei ServusTV ist. 

„Natürlich schreibst du solche SMS mitten in der Nacht - nachdem du Fußball gespielt hast und in einem in Wien sehr bekannten Lokal warst - am besten gar nicht.“ Er habe es damals aber getan. “Dass das und die Tonalität völlig untauglich waren“ sei unbestritten; die Konsequenzen habe er gezogen.

Man habe damals unter einem wahnsinnigen Druck der türkis-blauen Bundesregierung gestanden. Er habe mitbekommen, dass es Beschwerden über gewisse Produkte gegeben habe. „Ich war die eine Nummer, bei der man wusste, da ruft man an“, sagt Schrom heute.

Ist so viel Nähe zwischen Politik und Medien wirklich nötig, will Moderator Peter Plaikner von ihm wissen. „Nein, ist es nicht.”

Redaktion: Elisabeth Kröpfl
Kategorie: Artikel
Datum: 06.12.2024

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