
„Bislang mussten größere Events und Konferenzen in der Kirche, dem Sportplatz oder in einem Zelt abgehalten werden“, sagt Lech Zürs Tourismusdirektor Hermann Fercher bei einem Baustellenbesuch. „Dieser Zustand ist für einen internationalen Tourismusort wie Lech nicht tragbar.“ Die Lechwelten, die dank eines großen Saals Platz für bis zu 650 Besucher:innen bieten werden, sollen das künftig ändern – als Ort, an dem Menschen, so Fercher, zusammenkommen, gemeinsam denken und feiern.
Kritik an Architektur und Kosten
Regionalität und Nachhaltigkeit standen beim Bau im Vordergrund, die Handwerker:innen kommen aus der Umgebung, ebenso das Holz. Die Kosten für das Projekt betragen 50 Millionen Euro. Eine Summe, die für Kritik sorgt, da sich dadurch die Pro-Kopf-Verschuldung des 1400-Seelen-Dorfes erhöht hat. Nicht nur der Preis löst bei einigen Einheimischen Unbehagen aus, sondern auch die Architektur.
Das Gebäude mit einer Glas- und Holzfassade befindet sich im Herzen des Dorfes Lech und wartet, anders als die übrigen Häuser, mit einem Flach- statt Giebeldach auf. „Die Bevölkerung reagierte zwiegespalten, vor allem bei der Präsentation der Renderings. Die Meinung ändert sich nun zunehmend ins Positive, da auch die Vorteile gesehen werden“, versichert Fercher.
Zehn Monate lang Saison
Die Lechwelten sollen das Sommer- und Herbstgeschäft beleben. Der Plan: eine Ganzjahressaison von Juli bis April. Tagungen, Events und Konzerte sollen Gäste hierher bringen. Die Technik ist mit einer riesigen LED-Wand auf dem neuesten Stand, eine Schalllenkung sorgt für optimale Akustik. Im Erdgeschoss entstehen Handelsflächen. Die Suche nach einem Pächter gestaltet sich jedoch schwierig, die Pacht in Höhe von 70.000 Euro pro Monat ist auch kein Schnäppchen. Der Eröffnung am 12. April soll das aber nicht im Weg stehen, betont Fercher.
Redaktion: Viktoria Graf, Mia Hämmerle
Kategorie: Artikel
Datum: 30.11.2023
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