„Teuerung wird nicht so schnell zurückgehen“

Die Inflationsrate schoss im März auf Rekordhöhe. Othmar Karas, Erster Vizepräsident des Europäischen Parlaments, sagte dazu am Rande des Mediengipfels in Lech, warum politische Interventionen das Problem nicht lösen können und welche Folge die Teuerung haben wird.

Die Inflation stieg im März im gesamten Euro-Raum auf den Rekordwert von 7,4 Prozent. Für den Ersten Vizepräsidenten der EU-Parlaments, Othmar Karas (ÖVP), ist die Teuerung ein gemeinsames Thema der Europäischen Union und der Mitgliedsstaaten. Die Staaten hätten von Seiten der EU Spielraum bekommen, dagegen zu intervenieren und jeder, auch Österreich, versuche hier sein Bestes zu geben. Die politischen Interventionen allein würden aber die Preissteigerungen nicht reduzieren können.

„Wir leben in keiner Welt, wo jedes Problem, das es gibt, und jede Konsequenz aus Krisen über die Steuerzahler ausgeglichen werden kann", betonte Karas. Die Teuerung sei eine Folge des Angriffskrieges Russlands und der Debatte rund um die Verknappung von Öl und Gas: „Daher wird die Teuerung nicht so schnell zurück gehen. Der Krieg in der Ukraine hat auch bei uns seinen Preis."

Krieg als Beschleuniger für Energie-Umstieg

Europa müsse daher trachten, dass es bei der Energieversorgung unabhängiger werde, es brauche einen radikalen Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien. Der Krieg würde diesen Prozess beschleunigen. Parallel müsste Europa auf Energieeinsparung achten. Dabei gebe es ein großes Potential bei der Gebäudesanierung, sowohl bei Wärmedämmung und Art der Heizung als auch bei den Baustoffen.

Wobei das Thema Energiesparen einen ganz engen Bezug zu den Initiativen gegen den Klimawandel besitze. „Es ist bereits einiges in die Wege geleitet worden, um den Klimawandel zu bekämpfen und bis zum Jahr 2050 erster klimaneutraler Kontinent zu werden", sagte der Vizepräsident des Europäischen Parlaments.

Zum Besuch von ÖVP-Bundeskanzler Karl Nehammer beim russischen Machthaber Wladimir Putin sagte Karas, dass er „für jedes Gespräch zu haben" sei: „Ich kenne die Ergebnisse nicht, aber ich bin grundsätzlich ein Freund des Miteinander-Redens. Reden ist besser als nicht reden, dabei kommen die Leute zusammen."

Redaktion: Sabrina Kainrad und Petra Milosavljevic
Kategorie: Interview
Datum: 21.4.2022

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