
„Mein Mann hätte heute Geburtstag gehabt“, sagt Marina Litvinenko. Sie spricht von jenem ehemaligen russischen Geheimdienstmitarbeiter und Putin-Kritiker, der im Jahr 2006 in London mit dem radioaktiven Polonium-210 vergiftet wurde und starb: Alexander Litvinenko.
Seit bald zwei Jahrzehnten kämpft seine Frau nun für Gerechtigkeit und gegen das Regime Putins.
Ihr Mann habe seinen „Krieg“ gestartet, lange bevor sich viele der Gefahr bewusst waren, die von Putin ausgehe. Er habe versucht zu zeigen, dass Putin kein Präsident sei, mit dem man verhandeln oder dem man vertrauen könne. „Jetzt, im Jahr 2025 sehen wir, was mein Mann versucht hat zu beweisen“, sagt sie. Zwar würden die Menschen in den Straßen Moskaus auf die Frage „Mögen Sie Putin?“ mit „Ja“ antworten, aber nur, weil sie um ihr Leben fürchteten. „Viele Leute wollen nicht die Wahrheit“, sagt sie: „Sie wollen überleben.“
Nach dem Tod ihres Mannes setzte sich Marina Litvinenko dafür ein, dass die Behörden die Hintergründe der Vergiftung ihres Mannes aufarbeiteten. 2016 ergab eine Untersuchung in Großbritannien, dass der Mord an Alexander Litvinenko von Kremlchef Wladimir Putin gebilligt worden sein dürfte. 2021 bestätigte auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte diese Ansicht. Alexander Litvinenko soll durch zwei russische Agenten getötet worden sein, die das Gift in seinen Tee kippten.
Redaktion: Text: Lucia Grassi, Bild: (c) Europäischer Mediengipfel / Florian Lechner
Kategorie: Blog
Datum: 05.12.2025
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