China vs. USA – und Europa dazwischen
China rücke immer deutlicher als strategischer Gegenspieler der USA ins Zentrum globaler Machtpolitik, sagte Katrin Büchenbacher von der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ). Peking nutze die geopolitischen Spannungen – etwa durch die Trump-Zölle – gezielt, um Europa für sich zu gewinnen.
Hinter verschlossenen Türen ließen chinesische Spitzendiplomaten bemerkenswert offen durchblicken, dass China kein Interesse daran habe, dass Russland den Krieg verliert, so die China-Expertin weiter.
Nahost: Fehlende europäische Position, neue Instabilität
Susanne Glass (Redaktionsleiterin Ausland beim Bayrischen Rundfunk) sprach direkt die Schwäche Europas an und verwies auf das Beispiel Nahost. Europa habe zwar Forderungen formuliert, jedoch konkrete politische Schritte vermissen lassen. In dieses Vakuum sei Donald Trump gestoßen und habe tatsächlich etwas vorangebracht.
Russlands andere Logik
Die langjährige Russland-Korrespondentin der NZZ, Inna Hartwich, erklärte, dass Moskau aus völlig anderen historischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen heraus handle. Wer Russland verstehen wolle, müsse akzeptieren, dass dahinter eine andere Logik und andere Prioritäten stünden als jene, die in Europa gelehrt und gelebt werden.
Europa auf der Suche nach Stärke: Wie lässt sich Souveränität gewinnen?
Der Handlungsfähigkeit Europas stellten Susanne Glass und Thomas Langpaul (ORF) kein gutes Zeugnis aus. Solange die EU bereits im Inneren um Einigkeit ringe, sei auch keine gemeinsame Außenpolitik möglich – schon gar nicht, solange das Einstimmigkeitsprinzip gelte.
Fazit: Europa muss sich neu aufstellen
In der neuen Realität benötige es nicht nur strategische Geschlossenheit, sondern auch die Bereitschaft, alte Strukturen zu hinterfragen. Nichtsdestotrotz waren sich die Panel-Teilnehmer:innen sicher: Die EU ist aktuell die beste Lösung.